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WiFi 8: Was die nächste Generation für Unternehmen wirklich verändern wird

Geschrieben von Sarah Battoue (DE) | 20 Jan 2026

WiFi 8, der zukünftige IEEE 802.11bn-Standard, hatte auf der CES 2026 einen bemerkenswerten Auftritt. Mehrere Hersteller zeigten dort bereits funktionierende Hardware, obwohl der endgültige Standard erst 2028 ratifiziert wird. Eine ungewöhnliche, aber aufschlussreiche Situation: Die Industrie antizipiert bereits jetzt die Grenzen der aktuellen Generationen und bereitet aktiv den Übergang zu einem neuen Ansatz für WiFi vor.
Was ist also wirklich von der Einführung von WiFi 8 zu halten? Was ändert sich - oder auch nicht - für Unternehmen? Und wie kann man sich darauf vorbereiten, ohne etwas zu überstürzen?

 

Was ist WiFi 8?

 

WiFi 8 (802.11bn) ist die nächste große Weiterentwicklung von WiFi. Im Gegensatz zu früheren Generationen, die oft von einem Wettlauf um immer höhere theoretische Übertragungsraten geprägt waren, verfolgt WiFi 8 eine andere Philosophie. Das Hauptziel besteht nicht mehr darin, die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen, sondern die Konnektivität zuverlässiger, konsistenter und besser vorhersagbar zu machen, insbesondere in komplexen und dicht besiedelten Umgebungen. Zu den wichtigsten Schwerpunkten des Standards gehören :

  • Erweiterte Koordination zwischen mehreren Zugangspunkten für eine intelligentere Verwaltung des Netzwerks.
  • Besseres Störungsmanagement, das in überlasteten städtischen und geschäftlichen Umgebungen von entscheidender Bedeutung ist.
  • Verbesserte Abdeckung und Stabilität, auch über große Entfernungen.
    Geringere Latenzzeiten und Leistungsschwankungen.
  • All dies sind entscheidende Faktoren für moderne Unternehmensnetzwerke, in denen die Kontinuität des Dienstes wichtiger ist als der Bruttodurchsatz.

 

WiFi 8 ist keine Revolution der Übertragungsraten... Und das ist gewollt.


WiFi 8 wird nicht als "Revolution" in Bezug auf die Geschwindigkeit angepriesen. Das ist wahr und wird angenommen. In vielen realen Szenarien werden die maximalen Datenraten nicht radikal höher sein als bei WiFi 7. Die Art und Weise, wie sich das Netzwerk unter Last verhält, entwickelt sich hingegen stark weiter.WiFi 8 zielt darauf ab, :

  • ein stabileres Erlebnis im Laufe der Zeit
  • weniger Mikrounterbrechungen und Leistungsschwankungen.
  • Eine bessere Verteilung der Ressourcen zwischen den verbundenen Geräten.

Für Unternehmen sind diese Kriterien oft viel wichtiger als ein paar zusätzliche Gigabit, die auf einem Datenblatt angekündigt werden. In Büros, Fabriken, Krankenhäusern oder auf dem Campus, wo Hunderte (oder sogar Tausende) von Geräten gleichzeitig verbunden sind, führt die Koordination zwischen den Zugangspunkten zu einer höheren Gesamtzuverlässigkeit, weniger Störungen und einem einheitlicheren Nutzererlebnis.

Der Übergang von einem Zugangspunkt zum anderen - z. B. wenn man sich in einem Gebäude bewegt - wird weniger anfällig für Unterbrechungen und Latenzen. Ein entscheidender Punkt für Echtzeitanwendungen wie Videokonferenzen, VoIP oder kollaborative Anwendungen.

Für das industrielle IoT, autonome Roboter oder anspruchsvolle Anwendungen wie Augmented Reality sind die Stabilität und Vorhersagbarkeit des Netzwerks weitaus kritischer als der maximale Datendurchsatz. Genau in diesen Bereichen bietet WiFi 8 einen echten Mehrwert.

 

Was sind die Herausforderungen bei der Einführung für Unternehmen?

Mehrere Wachsamkeitspunkte müssen berücksichtigt werden:

  • Der Standard befindet sich noch in der Endphase.Auch wenn WiFi 8-Geräte bereits 2026 gezeigt wurden, wird die vollständige Spezifikation erst später ratifiziert (wahrscheinlich um 2028). Dies gebietet eine gewisse Vorsicht vor groß angelegten Investitionen.
  • Kurzfristig sind nur sehr wenige Endgeräte (PCs, Smartphones, vernetzte Objekte) mit WiFi 8 kompatibel. Die tatsächliche Einführung wird stark vom Zeitplan der Endgerätehersteller abhängen.
  • Wie bei jeder aufkommenden Technologie kann es kostspielig sein, ein Early Adopter zu sein, mit häufigen Update-Zyklen, um mit dem endgültigen Standard Schritt zu halten.

Sollte man sich also auf WiFi 8 stürzen? In den meisten Fällen nicht. Wenn Ihre derzeitige Infrastruktur mit WiFi 6E oder WiFi 7 bereits Ihren Bedürfnissen entspricht, besteht keine Eile.
Es wird empfohlen, das Netzwerk weiterhin entsprechend der tatsächlichen Nutzung im Unternehmen auszubauen, anstatt sich allein von technologischen Ankündigungen leiten zu lassen. Gleichzeitig sollten Sie die Entwicklung von WiFi 8 genau beobachten und Pilottests planen, wenn der Standard und sein Ökosystem einen ausreichenden Reifegrad erreicht haben.

Schließlich sollte die Entwicklung des Netzwerks in erster Linie in Bezug auf Zuverlässigkeit, Stabilität und Qualität der Nutzererfahrung gedacht werden und nicht als reines Wettrennen um Höchstgeschwindigkeiten.